Die Female Cycling Force hat sich 2025 in Stuttgart rasant etabliert. Guide der ersten Stunde ist Rebekka König. Im Gespräch erklärt sie, warum reine Frauen-Gruppen kein Trend, sondern notwendig sind – und was sich im Radsport ändern muss.
Die Female Cycling Force ist in Stuttgart durchgestartet. Wie kam es dazu?
Rebekka König: „Aus meinem Kontakt zur FCF in München entstand die Idee, auch in Stuttgart eine Community aufzubauen. Anfangs war ich noch Alleinunterhalterin als Guide, was bei dem großen Interesse nicht zu bewältigen war. Inzwischen sind wir immerhin
zu viert.“
Warum braucht es eigene Frauen-Ausfahrten?
Rebekka König: „Der Rennradsport ist immer noch stark männerdominiert. Ich erinnere mich gut an meinen ersten Ride in einer gemischten Gruppe – direkt nach dem Start wurde mit 300 Watt den Berg hochgeballert. Das war frustrierend. Genau deshalb braucht es niedrigschwellige Angebote und einen Safe Space. Wir wollen, dass Frauen sich auf dem Rennrad selbstbewusst zeigen. Es geht um Sichtbarkeit – und um Spaß am Sport.“
Woher kommt der Boom im Frauen-Rennradsport?
Rebekka König: „Frauen werden als Zielgruppe endlich ernst genommen – auch wirtschaftlich. Früher gab es kaum passende Radbekleidung. Heute wird die Tour de France Femmes live übertragen. Frauen auf dem Rennrad sind präsenter, Vorbilder sichtbarer. Das verändert viel – und zwar positiv.“
Was vermittelt ihr bei euren Rides?
Rebekkas König: „Ich versuche, die Mentorin zu sein, die ich mir selbst gewünscht hätte. Jede Frage ist erlaubt, niemand wird zurückgelassen. Besonders wichtig ist uns die Fahrtechnik: sicheres Fahren in der Gruppe, Handzeichen, Windschatten. Wer das beherrscht, gewinnt Sicherheit – und damit Selbstvertrauen.“
Wer kann bei euch mitmachen?
Rebekka König: „Alle Frauen mit Rennrad und Lust auf Gemeinschaft. Alter, Herkunft oder der Preis des Bikes spielen keine Rolle.“