Mächtig Spaß mit dem Magic Pass

Skivergnügen im Wallis mussnicht teuer sein

Klangvolle Namen künden von der große Qualität des Wallis. Destinationen wie Zermatt, Verbier, Leukerbad, Crans-Montana, die vom Gletscher geprägte Aletsch-Arena und die grenzübergreifenden „Portes du Soleil“ mit Morzine und Avoriaz haben dem Tal der Rhone in der südlichen Schweiz zu Weltruhm verholfen. Sie ziehen mit Bergsteigertradition, mondänem Flair, Hotellerie auf höchstem Niveau und modernen Bergbahnen ein internationales Publikum an.

Doch Skiferien in diesen bekannten und viel beachteten großen Skistationen sind nicht nach jedermanns Geschmack - und Geldbeutel. Einen schönen Zugang zu einer Vielzahl interessanter und landschaftlich schöner Ferienorte bietet der vor einigen Jahren im Wallis eingeführte „Magic Pass“. Zum Preis von 419.- Schweizer Franken ermöglicht er jeweils ab April die ganzjährige unbegrenzte Nutzung der Bergbahnen in zahlreichen kleinen und mittleren Ski- und Wandergebieten im Wallis und benachbarten Kantonen bis hinüber nach Frankreich. Die meisten von ihnen sind durch ein nahezu perfektes ÖPNV-System mit Bus und Bahn leicht zu erreichen.

Mit dem Mont-Blanc-Express nach Les Marécottes

So bringt der Mont-Blanc-Express Tagesgäste binnen 20 Minuten aus der Stadt Martigny nach Les Marécottes im Val de Trient. Atemberaubend die Fahrt durch die enge Schlucht vor Salvan. Nur wenige Gehminuten von der Haltestelle La Médettaz entfernt beeindruckt das im Juli 2024 eröffnete „Zoo des Marécottes Boutique Hotel“ mit zeitgenössischer Walliser Architektur. Lärchenholz, breite Fensterfronten und große helle Räume laden zu mehrtägigen Aufenthalten ein. 

Kurz ist der Weg durch das beschauliche Bergdorf Les Marécottes zur mit Beginn der Wintersaison 2024/2025 eröffneten Kabinenbahn hoch zum Weiler „La Creusaz“. In nur 8 Minuten erreichen Skifahrer, Wanderer und Schlittenfahrer die Bergstation auf knapp 1.800 Metern Höhe. Sehr gut präparierte Pisten führen zum Sessellift „Le Vélard“. Auf der vierminütigen Fahrt hoch nach Golettaz berichtet Renaud Lugon, Verantwortlicher beim lokalen Tourismusverband, vom besonderen Mikroklima der Region rund um Les Marécottes. Aufgrund der außerordentlich hohen jährlichen Schneefallmengen ist eine künstliche Beschneiung der Skipisten verzichtbar.  Im kleinen aber feinen Skigebiet ist so die Pistenqualität hoch und der Schnee auch in steilen Abschnitten griffig. Abseits der Pisten bieten sich auf weiten Hängen in hochalpiner Umgebung reichlich Möglichkeiten zum Freeriden. Zahlreiche Tourengeher steigen zum Col de la Golettaz auf, um von dort die umliegenden Hochtäler zu erkunden und abseits des Pistentrubels Abfahrten in unberührter Umgebung zu genießen.

An der Bergstation des Sessellifts lädt der Kiosk „Le Réfuge“ mit seiner Sonnenterrasse zum Verweilen mit Aussicht auf mächtige Viertausender rund um den Grand Combin ein. Eine überragende Kulisse. Walliser Spezialitäten wie Käsefondue und Raclette prägen die gemütliche und familiäre Atmosphäre. Man kommt ins Gespräch. Adrian, Renaud’s Cousin und leitender „Pisteur“, berichtet von seiner Tätigkeit. Bei der Abfahrt auf der steilen Piste „Grand Reck“ reicht der Blick bis zum Mont Blanc Massiv im Westen und hinunter zum Rhonetal im Südosten. Ein beeindruckendes Panorama. Die Talabfahrt vom Restaurant „La Creusaz“ bis hinunter nach „Les Marécottes“ auf 1.110 m dient in Teilen auch als Schlittenbahn. Platz ist für jeden und Spaß gibt es für alle.  

Schweizer Bundesbahn und Postauto verbinden Les Marécottes mit den anderen Skiorten im Wallis nahtlos. Wer mag, legt je nach Wetter einen Ruhetag im Tal ein und nutzt das breite Freizeitangebot in kleineren Städten wie Martigny, Sion oder Sierre. Alternativ geht es mit dem Magic-Pass am nächsten Morgen wieder auf die Piste, z.B. in Anzère. Nicht so bekannt wie der Nachbarort Crans-Montana liegt die Skistation mit ihren weiten Südhängen auf 1.500 Meter Höhe. gleichsam auf einem Sonnenbalkon mit überragender Aussicht auf die Granden der Walliser Gipfel. 

Mit dem Postbus zum nächsten Highlight

Der Postbus erreicht vom Bahnhof Sion in 37 Minuten die Talstation der Kabinenbahn zum „Pas de Maimbré“. Vom Gipfel auf 2362 Meter bietet sich ein einzigartiger Blick nach Süden. Tief unten das Rhonetal. Dahinter die Skigebiete von Nax, Veysonnaz, Nendaz und Verbier. Im Hintergrund die beeindruckende Kulisse des südlichen Gipfelkamms mit Dent Blanche, Weisshorn und Zinalrothorn.  
Abfahrten unterschiedlichen Schweregrades verbinden den „Pas de Maimbré“ mit den Sesselliften „Les Luys“ und „Grillesses“. Die weiten Hänge und sorgfältig präparierte Pisten laden zum entspannten Carven ein. Genussskilauf lautet das Thema. Insgesamt 13 Liftanlagen erschließen 58 Kilometer Pisten bis hinüber nach „Les Rousses“.
Jonathan Plattet von Anzère Tourisme weist den Weg zum höchsten Punkt im Gebiet an der Bergstation des Sessellifts Duez-Le Baté. Von dort reicht die Aussicht bis weit hinüber nach Crans-Montana. Eine Verbindung der benachbarten Skigebiete ist seit Jahrzehnten zwar immer mal wieder diskutiert aber von den Gemeinden nie ernsthaft in Betracht gezogen worden. Zu unterschiedlich sind die Zielsetzungen der Betreiber und die Gäste der Bergdörfer. Wer nach Anzère kommt, schätzt die Ruhe und Abgeschiedenheit. Hiesige Gäste suchen eher den erholsamen Urlaub und nicht den Trubel. Sie genießen die entspannte Atmosphäre und freuen sich an der natürlichen Umgebung. Besonders genussvoll ist die Abfahrt durch dichter werdenden Wald über die Piste „Les Rousses“ hinunter zum gleichnamigen Weiler. Hier beginnen nicht nur Winterwanderwege sondern auch eine markierte Tourenroute zur Bergstation des Sessellifts. 

Spekatakuläre Berghütte

Spektakulär ist auch die Berghütte „Le Grenier de Zalan“. Patron Pascal Savioz zaubert mit seinen Mitarbeitenden wunderbar traditionelle Gerichte aus lokalen Zutaten. Schwer fällt die Wahl zwischen der Polenta nach Art des Hauses und dem geschmorten „Stück vom Rind“. „L‘ assiette valaisanne“, ein Mix aus Käse und Wurst aus der Region, lautet die köstliche Alternative. Die Wände des heimeligen Refugiums schmücken herzliche Widmungen und Danksagungen.   
Den letzten alpinen Leckerbissen des Tages bietet die Abfahrt ins Tal über die Piste „Les Masques“. Zutreffend schwarz gekennzeichnet zwingt die rassige Strecke mit konstant hohem Gefälle zur Konzentration. 

Ein Zauberteppich mitten im Ort

Die Jüngsten finden auf der Plaza, der schneebedeckten Fußgängerzone im Ortskern, einen „Zauberteppich“ oder versuchen sich am kleinen Anfänger-Schlepplift „Village“. Hier tummeln sich in der Saison zahlreiche Kinder. Familien schätzen diesen zentralen Treffpunkt im Zentrum des Dorfs. Unweit der Bergbahnen und umgeben von Restaurants, Cafés und Geschäften. Und in Sichtweite der Wohlfühloase „Anzère Spa & Wellness“. Sauna, Hammam und ein Schwimmbad mit 33° Wassertemperatur laden nach einem Tag in den Bergen zur Regeneration ein. Und zum Verweilen.
Beim Fleischfondue im Restaurant „Au Chalet“ mit mariniertem Rindsfilet aus dem Val d‘ Hérens fällt die Entscheidung schwer. Noch ein wenig in Anzère die Aussicht und die tollen Pisten genießen? Oder mit Postauto und Schweizer Bahn auf zu einer der verbleibenden 78 Destinationen? Und Neues entdecken. Im Wallis und den benachbarten Regionen. Mit dem „Magic Pass“. Das macht jedenfalls mächtig Spaß. 

Dr. Heinz Klausmann

Infos

Anreise 

mit der Bahn
Das sehr gut ausgebaute Netz der Schweizer Bundesbahn erlaubt eine unkomplizierte, zuverlässige Anreise an viele Talstationen.
https://www.sbb.ch
und weiter mit dem Postbus
Selbst entlegene Bergdörfer und Skiorte sind mit den gelben Postbussen auch im Winter regelmäßig zu erreichen.
https://www.postauto.ch

Mehr zu den Destinationen

Les Marécottes 
https://www.valleedutrient.ch 

Anzère 
https://www.anzere.ch 

Martigny
https://www.martigny.com 

Sion
https://www.siontourisme.ch 

Magic Pass
https://www.magicpass.ch