Reportage INFOS Pakistan Fläche: knapp 800 000 Qua- dratkilometer (zum Vergleich: Deutschland 357 000). Einwohner: 245,9 Millionen. Nachbarn: Iran, Afghanistan, China, Indien. Dauerstreit mit Indien um das zwischen den beiden Staaten aufgeteilte, muslimisch geprägte Kaschmir. Religion: Der Islam ist Staatsreligion. Nord-Süd-Ausdehnung: 1500 Kilometer. Besonderheiten: fünf der 14 Achttausender stehen in Pakis- tan, der 8125 Meter hohe Nanga Parbat im westlichen Himalaja, K2, Gasherbrum I und II sowie der Broad Peak im Karakorum. Der K2 ist mit 8611 Metern der zweithöchste Berg der Erde. Auf eigene Faust: Die Tour ins Basislager des Nanga Parbat kann man selbst organisieren. Von Islamabad mit dem Bus (15 Stunden) über den Karakorum-Highway oder mit dem Taxi durch das Naran-Ka- gan-Tal über den Babusar-Pass (12 Stunden) zur Rakhiot-Brü- cke, dort im Hotel übernachten, mit dem Jeep bis kurz vor Tato und zu Fuß zur Märchenwiese. Dort gibt es Hotels, Herbergen und Campingplätze. Von der Märchenwiese zur Almsiedlung Beyal (Herbergen, Camping) und weiter zum Basislager (keine Unterkünfte, nur Camping). Mit leichtem Gepäck (Tages- rucksack) ist der Weg von der Märchenwiese zum Basislager und zurück ohne Übernachtung rt machbar. 34 dafür aus dem Fels gehauen werden. Auf der einen Seite der Schotterpiste geht es fast senkrecht nach oben und auf der anderen genauso steil bis zu 600 Höhen- meter nach unten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Weg im Jahr 2013 als eine der gefährlichsten Straßen der Welt einge- stuft. Er darf übrigens nur von Einhei- mischen befahren werden, denn es gibt keine Leitplanken oder Leitpfosten. Der Fairy-Meadows-Highway führt nicht bis zur Märchenwiese, sondern nur bis zum Dorf Tato (auch Tattu) in 2600 Meter Höhe. An der Endstation für die Fahr- zeuge bieten selbsternannte Guides ihre Dienste an („The best price for you“). Von dort aus sind es bis zur Märchenwie- se noch etwa fünf Kilometer. Verlaufen kann man sich auf dem Fußweg aber nicht, denn es gibt nur diesen einen Weg. Man sollte aber, vor allem mit einem schweren Rucksack, zwei bis zwei- einhalb Stunden einplanen. Einerseits sind nämlich 700 Höhenmeter zu bewäl- tigen, andererseits versucht man, durch jede Lücke im Wald den Nanga Parbat zu erspähen, was auch gelingt, sofern er nicht in Wolken gehüllt ist. Die Märchenwiese, ursprünglich eine Alm, ist immer weniger eine idyllisch ge- legene Wiese, sondern wird zunehmend zu einem Ausflugsort mit vielen Hütten und Gästehäusern. Diese werden meist aus Holz gebaut, denn Bäume können vor Ort geschlagen werden. Alles andere, was man für den Hausbau benötigt, muss von Tato aus hochgetragen werden. Das gilt auch für eine Hüttensiedlung ober- halb der Märchenwiese auf dem Weg in Richtung Basislager. Blick auf die Nordwand Obwohl der Hauptgipfel des Nanga Parbat von der Märchenwiese aus nicht zu sehen ist – er versteckt sich hinter dem knapp 7800 Meter hohen Nordgip- fel – ist, als die Wolken den Blick auf die Rakhiot-Wand, die Nordwand, freigeben, die Wucht, die Macht, die Naturgewalt des Berges spürbar. Das bleibt auch so auf dem Weg ins Basislager, nicht nur beim Blick auf das Bergmassiv, sondern auch – von einem besonderen Aussichts- punkt aus – auf den Gletscher. Das Basislager (3967 Meter) ist für den- jenigen, der beispielsweise das Basislager des Everest kennt, eine Enttäuschung. Von Lager keine Spur. Eine unebene, ma- gere Bergwiese, ein paar Pferde, ein paar Rinder, ein kleiner Unterstand für die Tiere und am Rand des Areals der Grab- hügel des Münchener Bergsteigers Alfred Drexel. Er war Mitglied der ersten rein deutschen Nanga-Parbat-Expedition und starb am 8. Juli 1934 im Basislager angeb- lich an einer Lungenentzündung. Heute nimmt man eher an, dass er höhenkrank war und einem Lungenödem erlag. Der Schicksalsberg Der Nanga Parbat als Schicksalsberg der Deutschen. Das nahm mit Alfred Drexel seinen Anfang. Neun Tage nach ihm ka- men Uli Wieland, Will Welzenbach und Willy Merkl, der zwei Jahre zuvor schon eine amerikanische Expedition geleitet hatte, sowie sechs einheimische Träger in einem Schneesturm am Berg ums Le- ben. 1937 wird eine deutsche Expedition