Reportage Sobald die Hänge grün werden, kommt der Gleitschirm ins Spiel. www.abenteuer-magazine.de | 25 In einen hängt Jonas Käppeli mich ein. Dann bittet er mich, mit gerade gestell- ten Ski den Berg hinunter zu fahren, er ist dicht hinter mir. Es kostet Überwindung Es kostet Überwindung, mit Tempo auf Wiesen und Felsen zuzurasen - aber plötzlich ein Rauschen. Gleichzeitig fühlt es sich so an, als ob bei voller Fahrt eine Bremse reingehauen wird. Denn der Gleitschirm in unserem Rücken hat sich aufgeblasen, ich blicke nach oben, sehe wie er sich über uns wölbt, ich schaue nach unten, sehe, wie meine Ski unter mir abheben, eins, zwei, drei Meter. Der Hang fällt ab, wir bleiben oben, gut so, denn jetzt sind wir über einer Felskante, hinter der wir, Ski fahrend, abstürzen würden. Wir aber lassen den Boden weit hinter uns. Jonas Käppeli zieht an einem Gurt, wir drehen Pirouetten, schauen erst nach oben in die tief verschneite Bergflanke, von der wir gestartet sind, dann ins grüne Tal, zwei kleine Seen glit- zern wie blaue Augen in der Sonne. Die Höhe ist erst schwindelerregend, aber ich gewöhne mich rasch daran, denn schon bald schweben wir weit über der Talsohle - und das ist eine Höhe, wie man sie etwa von einem Flugzeug kurz vor oder nach einer Landung kennt. Außer, dass ich hier Wind im Gesicht habe - und etwas mehr Angst vor einem Absturz. Unbegründet: Unfälle von Tandempiloten sind äußerst selten. Jonas Käppeli zeigt nach unten, wo mit geschulterten Ski zwei Personen gen Tal gehen. „Das sind die, die vor uns die Spu- ren gelegt haben - die haben jetzt noch zwei Stunden Fußmarsch vor sich“, sagt er. Wir fliegen in Richtung Talstation der Bergbahn - nicht nur schneller, sondern ein Erlebnis mit besonderer Aussicht, das, meist ohne das Skifahren dazu, ge- bucht und geschätzt wird. Kurze Zeit später taucht am Boden ein Streifen Wiese auf. „Da landen wir“, ruft Jonas. Ein Windsack zeigt eine leich- te Brise aus Südost. In einer Spirale schrauben wir uns gen Boden - so dass wir gegen den Wind auf die Wiese zu- steuern. Dann setzen schneebedeckte Ski auf Gras auf, es rutscht ein bisschen - schon stehen wir und der Gleitschirm fällt hinter uns zu Boden. Er ist noch nicht zusammengepackt, als schon der nächste Pilot mit seinem Schirm landet. Auch sie waren im Galtiberg, „Ski & Fly“, es liegt im Trend bei den Menschen, die am liebsten abseits der Pisten unterwegs sind. Und alle die hier landen, möchten noch mal hoch. Wer fliegen kann, kann Frederik Jötten öfter abfahren. n e t t ö J k i r e d e r F : r e d l i B